Autor Thema: Freelancer und Scheinselbstständigkeit  (Gelesen 1728 mal)

24. Februar 2015, 15:24:03

Als Faustregel gilt: vor Ablauf eines Jahres muss mindestens ein zweiter Aufteaggeber her, bei dem nicht weniger als 20% der Einkünfte verdient werden darf.
Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) so, die im Rahmen einer Sozialversicherungsprüfung häufig feststellt, dass feste Mitarbeiter eigentlich scheinselbstständig sind.
Die Einordung der Sozialversicherungsbehörden erfolgt anhand folgender Kriterien:

- ob der Freelancer keine versicherungspflichtigen Arbeitnehmer über 450 Euro beschäftigt
- ob er auf Dauer und im wesentlichen für einen Auftraggeber tätig ist
- ob der Auftraggeber ähnliche Tätigkeiten regelmäßig durch Arbeitnehmer verrichten lässt
- ob der Freelancer weisungsabhängig ist, ob ihm typische Unternehmermerkmale fehlen
- oder ob er die gleiche Tätigkeit vorher bei demselben Auftraggeber als Arbeitnehmer
   verrichtet hat

Liegen mindestens 3 dieser 5 Kriterien vor, so besteht sehr wahrscheinlich Scheinselbstständigkeit.
Der jeweilige Mitarbeiter unterliegt der vollen Sozialversicherungspflicht. Aufgrund der vierjährigen Verjährungsfristen für Sozialversicherungsbeiträge (und auch für die Lohnsteuer) stehen hier erhebliche Haftungsrisiken für die jeweiligen Auftraggeber im Raum.
 
Fazit: Freie Mitarbeiter regelmäßig auf Scheinselbstständigkeit prüfen!