Autor Thema: 7% oder 19% Umsatzsteuer bei Journalisten?  (Gelesen 6261 mal)

17. Dezember 2012, 13:16:52

Das ist gar nicht so einfach. Umsatzsteuerpflichtige freie Journalisten müssen ihren Auftraggebern nur 7 Prozent Mehrwertsteuer berechnen, wenn sie urheberrechtlich geschützte Beiträge produzieren.  Entscheidend ist daher ob der Beitrag vom Urheberrecht geschützt ist oder nicht?
Beiträge, die lediglich Tatsachen, Nachrichten und Tagesneuigkeiten ohne besondere schöpferische Eigenleistungen zum Inhalt haben, werden mit 19 Prozent abgerechnet. Da die Beurteilung im Detail zu aufwendig erscheint, gibt es einen Erlass, dass Journalisten mit einem einheitlichen Steuersatz abrechnen dürfen. Freie Journalisten können also im Prinzip alle journalistischen Leistungen – egal ob Meldung oder Reportage – mit 7 Prozent berechnen.
Der Steuersatz von 7 Prozent gilt auch für Bildjournalisten. Für Werbefotos gelten wieder 19 Prozent.
Moderationen können nur dann mit 7 % abgerechnet werden, wenn sie als urheberrechtlich geschützt anzusehen ist – etwa weil eine Moderatorin eine "charakteristische Sprechweise" hat und die Sendung im Ganzen eine besondere schöpferisch-kreative Leistung darstellt. Handelt es sich um eine normale Moderation, beträgt der Steuersatz wieder 19 Prozent. Das Verlesen von Nachrichten bedeutet ebenfalls 19 Prozent. Wer für ein Zeitungshaus oder einen Rundfunksender auf freier Basis Redaktionsdienste übernimmt, muss 19 Prozent berechnen, wenn bei dieser Tätigkeit nicht auch eigene Beiträge verfasst werden.
Dienstleistungen wie etwa die Organisation einer Pressekonferenz müssen mit 19 Prozent berechnet werden. Wird dagegen ein Pressetext verfasst, sind es lediglich 7 Prozent. Übernimmt der Freiberufler für den Pressetext allerdings nur Redigier- und Korrekturarbeiten, dann liegt der Steuersatz wiederum bei 19 Prozent. Ist der Pressetext ohnehin als reine Werbung anzusehen, sind ebenfalls 19 Prozent zu berechnen. Kompliziert? Existentia empfiehlt grundsätzlich 19% abzurechnen.